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Forstwirtschaft
Im Landkreis Marburg – Biedenkopf sind ca. 47.200 ha Waldfläche tatsächlich mit Holz bestockt (Holzbodenfläche). Davon entfallen 19.470 ha auf Staatswald, 12.180 ha auf Kommunalwald und 15.540 ha auf Privatwald.
 
ForstDer mit ca. 8 Vorratsfestmeter/ha (Vfm / ha) jährliche Zuwachs wird nur im Staatswald annähernd genutzt. Gerade im Privatwald , der mit 33 % den zweitgrößten flächenmäßigen Anteil am Waldbestand aufweist, wird mit 5,6 Vfm /ha Einschlag gegenüber 8,0 Vfm / ha jährlichem Zuwachs bei weitem nicht alles genutzt, was möglich wäre, ohne das Prinzip der Nachhaltigkeit zu verletzen. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Kommunalwald (7,2 gegenüber 8,1 Vfm / ha).
 
Insgesamt ergibt sich ein Zuwachs von ca. 307.700 Erntefestmeter (Efm), d.h. nutzbarer Teil des stehenden Holzvorrates, für den Landkreis Marburg – Biedenkopf. In den Jahren 2005 und 2006 ist die Nachfrage an Rohholz und deren stofflicher Verwendung stark gestiegen, so dass die Nachfrage nach energetische Nutzung nachrangig behandelt wurde. Von diesem Zuwachs sind ca. 35 % als Restholz niederer Qualität nicht für die Bau- oder Möbelindustrie zu verwenden, d. h. es käme u.a. für eine energetische Nutzung in Frage. Dies entspricht ca. 107.695 Erntefestmeter.
 
Der Orkan „Kyrill“ hat im Januar 2007 im Landkreis ca. 1.000.000 fm Windwurfholz gefordert. Für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder bedeutet dies, dass diese Mengen für die Nutzung der kommenden Jahre zu berücksichtigen sind, so dass für eine potenzielle energetische Holznutzung nochmals Abzüge vorzunehmen wären.

HolzSetzt man potenzielle 100.000 fm Holz für die energetische Nutzung im Landkreis an entspräche dies dem Energiepotential von ca. 190.000 MWh/Jahr.Dies würde ausreichen, um ca. 1.600 Hackschnitzelfeuerungsanlagen mit einer Kapazität von 120 MWh / Jahr zu bauen. Damit könnten ca. 9.500 Haushalte mit einem Durchschnittsbedarf von 20 MWh / Jahr versorgt werden. Dies würde einer Menge von 19 Millionen Liter Heizöl entsprechen, die durch Holzverbrennung ersetzt werden könnten und somit 8 % der Haushalte des Landkreises Marburg-Biedenkopf versorgen könnten.

Die anfallenden Holzvorräte sind vor allen Dingen im Westen und Norden des Landkreises, im Altkreis Biedenkopf besonders als Privatwald konzentriert. Hier bietet sich demnach auch das größte Potential für Holzverbrennungsanlagen an.
 

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