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Parkplatz am Landratsamt erntet Sonnenstrom

Können Parkplätze Strom erzeugen? Eigentlich nicht. Oder doch? Der Landkreis Marburg-Biedenkopf macht es vor: Auf dem Mitarbeiterparkplatz hinter dem Landratsamt in Marburg-Cappel wurde eine Solaranlage errichtet. Erstmals werden damit im Kreisgebiet Verkehrsflächen zur Stromerzeugung genutzt. „Wir haben dieses Projekt gemeinsam mit dem Marburger Verein Sonneninitiative e.V. auf den Weg gebracht“, erläutert Landrat Robert Fischbach.

Solarcarport der KreisverwaltungDer Landkreis stellte dem Verein dafür die Fläche zur Verfügung. Der Verein wiederum errichtete dort die Solaranlagen als Bürgersonnenkraftwerk. Vorher wurde eine Art großes Carport gebaut, auf dem die Solaranlagen dann montiert wurden. „Wir gehen hier wieder mit gutem Beispiel voran und zeigen, was in Sachen Klimaschutz und Erneuerbare Energien möglich ist“, betont Landrat Robert Fischbach.

Die Solaranlage auf dem Mitarbeiterparkplatz hat mit einer Solarmodulfläche von mehr als 1.100 Quadratmetern eine Spitzenleistung von 166 Kilowatt-Peak (kWp). Es kann damit den Strombedarf von 50 Privathausalten decken und die Atmosphäre um jährlich 113 Tonnen Kohlendioxid (CO2) entlasten. Der auf dem Parkplatz „geerntete“ Sonnenstrom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

„Wir haben mit diesem Vorzeigeprojekt eine der größten Solaranlagen im Landkreis“, freut sich Landrat Robert Fischbach. Und bei einer geschätzten Betriebsdauer von 30 bis 40 Jahren werde so ein beachtlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Mit dem Verein Sonneninitiative e.V. ist dabei auch ein Projektpartner gefunden worden, der regional und überregional bereits große Erfahrungen mit der Errichtung von Bürgersonnenkraftwerken hat. Bürgersonnenkraftwerk bedeutet, dass Bürger beim Verein Sonneninitiative e.V. Solarmodule einer Anlage erwerben können. Damit werden sie selbst Stromproduzent und bekommen die entsprechende Einspeisevergütung. „Das ist im Prinzip genau wie die Solaranlage auf dem eigenen Dach. Der Solarparkplatz des Landkreises soll anderen Unternehmen im Landkreis mit großen Parkflächen als Modell dienen, damit neben den Dachflächen auch andere, schon versiegelte Flächen energetisch sinnvoll genutzt werden“, erklärt Volker Klös vom Verein Sonneninitiative e.V.

Auch vor dem Hintergrund des Zukunftsthemas Elektromobilität ist dieses Projekt wegweisend: Für neuartige Elektrofahrzeuge könnte die Sonne über dem Parkplatz jährlich Strom für über 1 Million Fahrkilometer liefern. Der Clou ist dann, dass Elektrofahrzeuge beim Parken unter dem Carport auch direkt mit Sonnenstrom aufgetankt werden können.