Energiesanierung der Hinterlandhalle Dautphetal

Die Hinterlandhalle Dautphetal erstrahlt nach nur neun Monaten Umbauzeit in neuem Glanz. Die Sanierungsmaßnahme war nicht nur eine Renovierung zum Zwecke der Werterhaltung. Es handelt sich dabei vielmehr um ein Pilotprojekt einer ganzheitlichen Vision, die die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz des ganzen Landkreises Marburg-Biedenkopf zum Ziel hat. Im Rahmen des Konjunkturpakets des Bundes wurden durch den Landkreis insgesamt 2,7 Millionen Euro aus Mitteln des Sonder-Investitionsprogramms II in die energetische Sanierung der beliebten Hinterlandhalle Dautphetal in Dautphe investiert. Durch die Sanierung werden in der Halle künftig 60 Prozent Heizenergie eingespart und etwa 45 Prozent weniger Strom verbraucht.
„Wenn schon Sanierung und Konjunkturprogramm, dann können wir damit auch die Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen“, so der Erste Kreisabgeordnete, Dr. Karsten McGovern. „Unser Ziel war es, durch die umfassende energetische Sanierung einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken“, erläutert Landrat Robert Fischbach. Für diese Energiesanierung suchte der Landkreis einen Generalplaner, der die Aufgabe plant, koordiniert und überwacht. In Christmann & Pfeifer hatte der Landkreis als Bauherr einen Projektsteuerer gefunden, der zum einen komplett unabhängig ist und zum anderen durch über 80 Jahre Erfahrung bei der Umsetzung von Bauprojekten sehr genau weiß, wie man dem Bauherrn Zeit, Geld und Nerven spart.
Daher lobte der Landrat Robert Fischbach nicht nur die gute Zusammenarbeit. Der Erste Kreisabgeordnete wies darüber hinaus auch darauf hin, dass die ursprüngliche kalkulierte Investitionssumme trotz der hochwertigen Umsetzung nicht überschritten wurde. Grundlage für den Erfolg war das zum Beginn ausgearbeitete ganzheitliche Sanierungskonzept und eine umfassende Bestandsaufnahme, inklusive Aufmaß, Bohrkernproben und Ermittlung der Bauteilstärken und -beschaffenheiten. Diese Maßnahmen waren darauf ausgerichtet, sowohl das Notwendige als auch das Machbare zu ermitteln und auf sinnvolle Weise miteinander zu vereinen. Generell lässt sich dabei sagen, dass die Bauteile mit großen Flächen zur Außenluft und zum Erdreich, also Dach, Wand und Bodenplatte, die größte Auswirkung auf die Energiebilanz haben. Natürlich hat sich seit dem Bau der Hinterlandhalle vor 35 Jahren auch der Stand der Technik enorm weiter entwickelt. Bei der Bestandsaufnahme wurde ermittelt, dass Wände, Decken, die Lichtbänder auf dem Dach, die Lichtfaserplatten zum Halleninneren und die Einfachverglasung hohe Wärmeleitwerte aufwiesen und die vorhandene Wärmedämmung teilweise durchnässt war, was die Dämmeigenschaften natürlich verringert und einen hohen Energieverlust zur Folge hat. Die Betonfassade war durch Korrosion angegriffen. Die Technik, Heizung Lüftung und Beleuchtung war ebenfalls überaltert.
Mit den Ergebnissen der Bestandsaufnahme wurde eine IST-Berechnung des Gebäudes aufgrund der EnEV (Energie-Einsparverordnung) 2009 durchgeführt. Die Ziele der Projektsteuerung waren die Senkung der Betriebskosten, die nachhaltige Sanierung der Gebäudehülle, die Effizienssteigerung der Energiesysteme und die Abstimmung der Sanierung auf die Nutzung des Gebäudes. Um das Konzept angemessen umzusetzen, installierte C+P ein Team aus Fachingenieuren, die – jeder für seinen Bereich – ein optimales Fachkonzept erarbeitete. Als Projektsteuerer war Christmann & Pfeifer dafür verantwortlich, aus diesen einzelnen Ergebnissen gemäß Kosten-Nutzen-Verhältnis ein sinnvolles, abgestimmtes Konzept für die energetische Sanierung festzulegen. Dabei spielen die Aspekte Machbarkeit, Kosten- Nutzen (Verbrauch, Invest, Verbesserung, Amortisation), Nachhaltigkeit, Folgekosten und die Einhaltung der Vorgaben der EnEV 2009 eine wesentliche Rolle. Dann folgte die Umsetzung. So wurde u.a. das Dach komplett demontiert und wieder neu aufgebaut. Hierbei wurden Trapezbleche mit Lochung verwendet, um damit auch die Raumakustik zu verbessern.
Die Dämmung entspricht mit 200 mm den heutigen Vorgaben und ist auf die Brandschutzanforderungen angepasst. Die Betonfassade wurde belassen, die Beschädigungen durch Betonkorrosion fachgerecht beseitigt und eine Außendämmung aufgebracht. Außerdem wurden die Fenster und die fast blinden Lichtfassadenplatten ausgetauscht. Mit der Bodenplatte wurde neben Dach und Außenfassade auch noch die dritte große Kälte-Angriffsfläche beseitigt.
Der Altbestand (Beton- und Gussasphalt) blieb erhalten und bekam einen neuen Aufbau mit Dämmung und Fußbodenheizung von einem heimischen Hersteller. Mit der Erneuerung der Technik (Lüftung, Heizung, Elektroinstallation), der Renovierung der Sanitärräume und einem neuen Farbkonzept wurde die Sanierung abgerundet, wobei auch hier die Nachhaltigkeit im Fokus stand. Daher wurden statt Wasserspülungen wasserlose Urinale eingebaut, die neue Lüftungsanlage erhielt eine leistungsfähige Wärmerückgewinnung und auch das Dach wurde mit Sicherheitstechnik begehbar gestaltet, was die Wartung und somit eine verlängerte Lebensdauer ermöglicht.
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